Persönlich gesehen: Brandenburg an der Havel

Den Beitrag habe ich im November angefangen zu schreiben, konnte mich aber nicht durchringen ihn zu veröffentlichen. Warum ? Er erschien mir zu negativ. Ich habe mich gefragt, ob meine Sichtweise richtig ist, aber gibt es so etwas wie richtig und falsch, wenn man über seine Geburtsstadt schreibt. Es sind ja Gefühle, nicht Fakten. Nun bin ich seit 2 Monaten wirklich noch ein paar Mal dort gewesen, auch weil es von Potsdam nur ein Katzensprung ist und meine Meinung hat sich nicht geändert. Deshalb poste ich heute diesen Artikel als Startpunkt für meine Streifzüge durch die Stadt.

Die Fotos stammen aus dem Familienalbum.

Geboren in Brandenburg an der Havel

Immer wenn ich in einem Gespräch erwähne, dass ich in der Stadt Brandenburg geboren bin, ist die Begeisterung groß. Oh, das ist toll. Soviel Wasser und Natur. Der Beetzsee und der Dom. Wir sind mit unserem Schiff auf der Havel geschippert. Und dann natürlich Loriot. Was für eine tolle Stadt.

Und ich denke, reden wir von der gleichen Stadt ? Zugegeben, ich bin gegenüber der Kammgarnspinnerei aufgewachsen. Da hat man ständig die Geräusche der Maschinen gehört. Und eine ordentliche Wohnung – na ja. Jeden Morgen die Öfen heizen, Kohlen aus dem Keller holen, ein Badezimmer gab es nach meinem 14. Geburtstag. Vorher mussten wir eine halbe Treppe hinunter zur Toilette. Ich hatte in der Dunkelheit davor.  Und dann hatten wir eine Durchgangswohnung. Auf der rechten Seite unsere Küche mit Waschbecken (kein Bad wie gesagt), auf der anderen Seite die Wohn-Kinder- und Schlafzimmer. Der Wohnungsflur wurde von der Nachbarin genutzt, die dahinter wohnte. So etwas prägte.

Das Haus meiner Großeltern

 

Hatte ich erwähnt, dass unserer Familie das Miethaus gehörte ? Zu DDR-Zeiten hatte man trotzdem nur beschränkt Zugriff auf die Wohnungen, obwohl wir 3 Kinder waren.

Später konnten wir ein Stockwerk tiefer in eine eigene Wohnung ziehen und meine Eltern bauten Bad und WC selbst ein/aus. Natürlich mit Hilfe und Beziehungen und Tauschgeschäften.

Berühmte Brandenburger

Das Loriot aus der Stadt stammte, wer wußte das damals. Der berühmteste „Brandenburger“ war Manfred Krug, der im Stahlwerk gearbeitet hatte und sich dort seine Narbe geholt hatte.

Die Havel und viele Seen prägen die Stadt

Industrie- und die Kulturstadt

Alles in allem war Brandenburg eine Industriestadt. Wer in Stahlwerk arbeitete, verdiente gut und mehr als der Rest. Und man bekam schneller Wohnungen und Autos, so hieß es jedenfalls.

Brandenburg hatte ein tolles Stadtmuseum, dorthin sind wir oft gegangen. Und ein großartiges Theater, mit bekannten Schauspielern, einen Musikbereich – ich erinnere mich an osteuropäische Opernsänger.

Alt und Neu

Kindheitserinnerungen

Als Kinder gingen wir Schwäne füttern, ins Schwimmbad auf den Marienberg und ins Pionierhaus. Später war ich ständig in der Kinderbibliothek und in der für die Erwachsenen. Es war toll.

Einmal im Jahr kam die Friedensfahrt durch die Stadt und irgendwann kurz vor der Wende stieg Stahl Brandenburg in die Fußball-Oberliga auf. Ich frage mich wo eigentlich die Fußball-Wimpel geblieben sind, die damals die Wände des Kinderzimmers zierten.

Und dann der Besuch aus dem Westen.

Ok, das sind meine spontanen Erinnerungen an die Stadt, die ich nach dem Studium in Berlin verlassen habe. Nicht wirklich, denn meine Familie lebte ja dort. Aber natürlich sind Besuche am Wochenende etwas anderes als dort zu leben. Und dann kam die Wende, die alles veränderte. Dazu mehr in den folgenden Beiträge.

Wie habt Ihr die Veränderungen in Brandenburg erlebt ? Könnt Ihr verstehen was da heute abgeht ?

Bis dann Kerstin

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