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Ostsee-Urlaub im Jahr 2020

Corona – Urlaubspläne

Ich denke, es wird Zeit, dass ich meinen Lockdown beende. Im Gegensatz zu vielen anderen konnte ich kein Homeoffice machen, also war mein Alltag recht „busy“. Weiter pendeln und dann kommt noch die Arbeit von Kollegen dazu, die zu Hause arbeiten. Eine merkwürdige Atmosphäre, in der die Zeit fast stillstand. Und nach so langer Zeit brachte ich einfach einen Urlaub. Irgendwann haben dann die ersten Bundesländer das Ende des Lockdown verkündigt, Frau Schleswig gab die erste PK Mitte April und dann der zweite Schritt erfolgte im Mai. Gut für Hotels, die sich über die Öffnung freuten und plötzlich las man überall von den Hygienekonzepten. Und mein Postfach füllte langsam Mails von Hotels, die sich auf Gäste freuten. Auch hier wurde immer wieder auf Hygiene hingewiesen. Was sollte da schief gehen ? Na ja, eine Menge. Ich habe mich entschlossen, darüber zu schreiben um auf ein paar Fallstricke hinzuweisen und weil ich inzwischen gehört habe, dass auch andere diese Erfahrungen gemacht haben.

Urlaub – wohin soll es gehen ?

Unter den Mails, die ich gelesen hatte, war auch ein Angebot für einen Fotokurs an der Ostsee. Warum eigentlich nicht, also habe ich mich angemeldet, ein Hotel gesucht und die Anreise gebucht. Easy peasy. Oder ?

Da der 3-tätige Fotokurs von morgens bis abends dauern sollte und man auch die Möglichkeit bot in der Fotoschule zu arbeiten, habe ich mir ein Mittelklassehotel in der Nähe gesucht. Frühstück inklusive und einen kostenlosen Shuttle vom Bahnhof. Bis es soweit war, habe ich meine Fotoausrüstung ergänzt und mich dann 3 Tage vor Reisebeginn um die Abholung kümmerte. Damit fing es an, denn man war sehr überrascht und eigentlich und überhaupt. Eventuell hat man ab 16 Uhr Zeit. Okay, davon stand nun nichts auf der Webseite. Ich habe sofort nachgesehen. Nach einem weiterem Anruf, kam der Rat von unterwegs anzurufen, vielleicht klappt es noch. Und tatsächlich, stand der Eigentümer an der Bushaltestelle (nachdem ich zusätzlich Stunde mit dem Bus unterwegs war) vom  und nach 3 Minuten kamen wir beim Hotel an. .

Das hatte eine tolle Lage, am Deich und 10 Minuten Fußweg zum Strand. Eigentlich perfekt, auch weil bei meiner Ankunft schönes Wetter herrschte.

Kurzarbeit ist angesagt

Bei der Ankunft habe ich dann erfahren, dass im Hotel Kurzarbeit herrschte. Interessant, denn davon war nie die Rede. Aber was bedeutete das eigentlich ?

  • die Rezeption ist nicht durchgehend besetzt
  • nach dem Frühstück werden alle Räume abgeschlossen, man kann nur den Frühstücksraum benutzen
  • WLAN gibt es zwar, aber nicht in allen Räumen, dafür in den Aufenthaltsräumen, die abgeschlossen sind
  • keine Möglichkeit für Kaffee- und Teezubereitung (steht ebenfalls auf der Webseite)
  • Frühstück wird direkt an den Tisch gebracht, was kein Problem war
  • am Wochenende machte sich die Kurzarbeit noch stärker bemerkt, es war hektisch, auch weil die Besitzer habe das Frühstück serviert haben

Aber noch war das Wetter schön und ich guter Dinge, denn die meiste Zeit würde ich ja beim Fotokurs verbringen und bis es soweit war, war ja da noch der Strand.

Am nächsten Morgen konnte ich noch einen schönen Spaziergang am Deich machen und man bekam einen Eindruck wie schön ein Urlaub in dieser Gegend sein kann.

An verschiedenen Stellen gab es einen Fotokunstpfad, durch einen Rahmen bekam man schöne Blicke auf die Landschaft präsentiert.

Pünktlich zum Beginn des Fotokurses verschlechterte sich das Wetter. Und damit änderte sich auch das Thema von „Blaue Stunde“ zu Gunsten der Wald/Baum-Fotografie. OK, beides gibt es ja auch auf dem Darß und zusätzlich zu den anderen Angeboten, warum nicht auch das Fotografieren. Aber leider war das so nicht gemeint, denn auch im Fotohaus war Kurzarbeit angesagt. Ich konnte es nicht glauben. Gut, die Zeiten sind anders, aber wenn ich einen teuren Fotokurs buche, nach dem Ende des Lockdown, dann erwarte ich was im Programm steht. Ich will jetzt nicht in Einzelheiten gehen, deshalb nur paar Beispiele:

  • Das Fotohaus stand uns nicht zur Verfügung. Keine Besichtigung, keine Öffnungszeiten bis 18 Uhr usw. Wegen Corona durften nur 5 Personen das Haus betreten, der Kurs bestand schon aus 9 Personen.
  • Der zweite Tag endete um 16 Uhr in Zingst, weil man ja das Auto wegen der Kurzarbeit abgeben musste.
  • Wir sind wegen des Regens nicht am Strand gewesen.
  • Man hätte außer Wald und Bäumen andere Sachen fotografieren können. Porträts, Architektur usw. Das wurde leider abgelehnt.
  • Und schließlich klappte bei mir die PC-Arbeit nicht, weil es technische Probleme gab. Nicht das sich jemand bemühte, das zu ändern. Da saß ich nun mit meinem iPad und fragte mich wie es zu dieser Situation gekommen war.

Ich finde, man kann nicht alles mit Corona entschuldigen. Klar, habe ich Verständnis, aber ich habe für eine Leistung bezahlt. Wenn man diese nicht im vollen Umfang erbringt, zum Beispiel durch Kurzarbeit, muss man vorher informiert werden. Dann hat man die Wahl. Vor Ort kann man sich dann beschweren, was aber keinen großen Sinn macht. Es wird immer wieder Verständnis eingefordert und so ist man dann die Böse, wenn man die Situation verändern möchte.

Mein Resümee:

Ich finde, dass man sich keinen Gefallen damit tut, nur über Hygienekonzepte zu reden. Wenn Einschränkungen durch Kurzarbeit entstehen, muss man die kommunizieren. Information ist wichtig, so tun als ob alles normal läuft, wenn das nicht der Fall ist. Die Branche verdirbt sich damit den Ruf, da es kein Einzelfall ist. Wer sich auf TripAdvisor umsieht, wird viele solcher Fälle finde. So kann man keinen Hotel-Urlaub anbieten. Neben den Hygienekonzepten muss man Alternativen anbieten, die Leute mitnehmen. Ansonsten werden immer mehr auf Wohnwagen und Ferienwohnungen umschwenken. Ich werde es auf jeden Fall machen.

Und was den Fotokurs angeht, bin ich mehr als enttäuscht. Veränderungen wegen höherer Gewalt muss man akzeptieren, aber wenn ein Fotokurs so schief geht, sollte man vielleicht einen Schritt zurücktreten und die Sache aus der Perspektive des „Kunden“ betrachten. Hier geht es nicht um das tolle Fotohaus, sondern um den Einzelnen. Ich habe dem Ruf des Hauses vertraut, deren Kurse toll, aber auch teuer sind. Es waren auch Teilnehmer dabei, die bereits öfter dort waren, Kritik gab es von ihnen nicht. Vielleicht liegt es also auch an mir, aber gehört es nicht dazu, dass man sich um jeden Teilnehmer kümmert ? Ich finde schon.

Da man für den Fotokurs eine Ausrüstung für die „Blaue Stunde“ mitbringen sollte, also ein Weitwinkelobjektiv und passende Filter, brauchte man im Wald genau diese Objektive nicht. Mein Waldfotos sind also eher nichts geworden.

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich würde mich freuen zu hören, ob Ihr ähnliches erlebt habt.

Bis dann Kerstin