Kurz vor dem teilweisen Lockdown haben wir einen Ausflug nach Baruth gemacht. Der kleine Ort und die Umgebung mit der Glashütte war an diesem Herbsttag wirklich schön, man konnte schon fast vom „Indian Summer“ sprechen.

Der eigentliche Anziehungspunkt für Besucher ist die Glashütte bzw. die verbliebenen Gebäude und Gewerke. Die Baruther Glashütte wirkt wie ein Museum und das ist es heute auch, denn nach der Schließung des Betriebes setzte sich der Verein Glashütte e.v. für den Erhalt der Anlage als Industriedenkmal. Dazu gehören u.a. Wohnhäuser, Werksgebäude und eine Glasbläserwerkstadt. Dort werden für die Besucher Vorführungen von Handwerkern organisiert, es entstehen Glasobjekte, die später im ortseigenen Shop verkauft werden. Auf dem Gelände findet man alte Produktionsanlagen der Glashütte.

Vielleicht bemerkt Ihr meine Zurückhaltung, denn gerade die Dinge, die die Glashütte betrafen waren geschlossen (mit Ausnahme des kleinen Museum). Warum das so war, begründete man mit den wenigen Besuchern. Nun ja, das ist Ansichtssache, denn es waren genug Leute unterwegs, die sicher deshalb gekommen sind. Für uns war es eine längere Anreise und die Art und Weise mit der auf unsere Nachfragen reagiert wurde, fand ich nicht gut. So sollte man sich Kunden und Gästen gegenüber nicht verhalten

Gut gefallen haben uns ein Café, das mit viel Liebe eingerichtet ist und kleine Geschäfte, die alle sehr freundlich und zuvorkommend waren. Auch die Umgebung zeigte sich von ihrer schönsten Seite.

Aber wir wollten den schönen Herbsttag nicht ungenutzt verstreichen lassen, also haben wir uns die beiden Schlösser in Baruth angesehen, zumindest von außen.

Hier spiegelt sich die deutsche Geschichte in seiner Komplexität wieder, in diesem Fall der Familie Solms-Baruth. Sie unterstützten die Gruppe um Stauffenberg, kamen dafür ins Gefängnis. Dort mussten sie eine notarielle Vereinbarung unterschreiben und die Führung des Gutes abgeben. Nach der Unterschrift wurde Fürst Friedrich verbannt und ging ins Ausland. Dort starb er 1951.

1947 gab es die Bestätigung der Alliierten, dass die Enteignung in Folge des Hitler-Attentats erfolgte, auf dessen Grundlage die Erben eine Rückübertragung verfolgten. Mit mäßigem Erfolg, 3680 Hektar Land erhält die Familie nach der Wende zurück. Offen sind noch Ansprüche auf 7000 Hektar, die 7 Mio Euro wert sind und dem Land Brandenburg und der Stadt Baruth gehören. Keine Rückgabe, weil keine Enteignung durch die Nazis. Aber die Familie kämpft weiter, nicht gegen die Menschen wie man betont.

Ich bin gespannt wie es weitergeht. Auch mit den beiden Schlössern und dem Park. Denn das alte Schloß wurde an einen Investor verkauft, der sich nicht darum kümmert und verfallen läßt. Schlimm. Wie gesagt, es gibt 2 Schlösser, eins davon scheint zu verfallen.

Ich habe einfach die Tafel fotografiert, dort stehen die wichtigsten Informationen.

schlossbaruth

Der Park wurde von Lenné gestaltet, der Name spricht für sich. Auch hier gibt es die Infos von der Tafel.

Ich bin im Moment nicht sicher, ob sicher jemand um den Park kümmert. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit oder Corona, dass der Park so aussieht. Auf jeden Fall werden wir den Park im Frühling noch einmal besuchen und uns auch für den Ort Zeit nehmen.

Wo findet man Baruth/Mark und wie kommt man dorthin: 

Baruth/Mark umfasst Teile des Niederen Flämings und des Baruther Urstromtals. Es liegt in direkter Nachbarschaft zum Spreewald und rund 40 Kilometer von der Südgrenze der Stadt Berlin entfernt an der Kreuzung der Bundesstraßen 96 und 115.

Baruth liegt an der Bahnstrecke Berlin–Dresden, der hier verkehrende Regionalexpress der Linie RE 5 Rostock–Berlin–Elsterwerda hält an den Bahnhöfen Baruth/Mark und Klasdorf-Glashütte.

 

 

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